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Versicherungsmarkt in Österreich

Der österreichische Versicherungsmarkt ist ein reifer und gut kapitalisierter Markt innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums. Im Jahr 2024 erreichten die Prämieneinnahmen rund 21,4 Milliarden Euro, ein Wachstum von 5,3 % gegenüber 2023. Das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft (einschließlich Kfz-Haftpflichtversicherung) ist mit 13,1 Milliarden Euro das dominierende Segment (rund 61 % der Gesamtprämien), gefolgt von der Lebensversicherung mit 5,2 Milliarden Euro (ca. 24 %) und der privaten Krankenversicherung mit 3,1 Milliarden Euro (ca. 15 %). Der Markt wird von der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) beaufsichtigt, die 2024 74 zugelassene Versicherungsunternehmen überwachte. Der Sektor ist stark konzentriert; die Vienna Insurance Group und UNIQA kontrollieren gemeinsam mehr als die Hälfte der Direktprämien. Extremwetterereignisse, insbesondere die Überschwemmungen in Zentraleuropa im September 2024, verursachten Naturkatastrophenschäden von über 1,6 Milliarden Euro. Österreichische Versicherer weisen starke Solvabilitätsquoten auf: Rund 87,5 % der Unternehmen verfügen über eine SCR-Quote von über 200 %. Der Markt wird hauptsächlich durch das Versicherungsaufsichtsgesetz 2016 (VAG 2016) geregelt, das die EU-Solvency-II-Richtlinie in nationales Recht umsetzt.

Generiert von: Claude Sonnet 4.6

Gepruft von: Desislava Tsvetkova

Aktive Versicherer

74

Letzte Aktualisierung

30.04.2026

Landermarkt

Verfugbare Produkte

Kfz-Haftpflicht

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Kaskoversicherung

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Reiseversicherung

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Versichererverzeichnis

Aktive Versicherer

Versicherer, die aktuell im Markt Österreich aktiv sind.

Gebuchte Bruttoprämien (EUR m)

EUR 0.0mEUR 1122.1mEUR 2244.2mEUR 3366.2mEUR 4488.3m3600Wiener Städti…4488.3UNIQA Österre…2939Generali Vers…966.2Grazer Wechse…1730Allianz Eleme…

Marktanteil

Wiener Städti…
17.4%
UNIQA Österre…
21.0%
Generali Vers…
13.7%
Grazer Wechse…
4.5%
Allianz Eleme…
8.1%

Wiener Städtische Versicherung AG Vienna Insurance Group

Vienna, Austria

#1

Die Wiener Städtische Versicherung AG ist Österreichs größte Einzelversicherungsgesellschaft und die bedeutendste Gesellschaft der internationalen Vienna Insurance Group. Gegründet 1824, hält sie rund 17,4 % Marktanteil in Österreich und ist in allen Versicherungssparten – Schaden, Unfall, Leben und Kranken – für Privat-, Gewerbe- und Firmenkunden tätig.

EUR 3.600 Mio. (2024)

motorpropertyhealthlife

UNIQA Österreich Versicherungen AG

Vienna, Austria

#2

Die UNIQA Österreich Versicherungen AG ist die österreichische Betriebsgesellschaft der UNIQA Insurance Group AG, einer der größten Versicherungsgruppen in Österreich und Mittel- und Osteuropa. Mit Wurzeln bis 1811 ist sie der zweitgrößte Versicherer in Österreich mit einem Marktanteil von rund 21 % und Marktführer in der Krankenversicherung. Sie betreut 3,7 Millionen Kunden und bietet ein umfassendes Portfolio in der Sach-, Lebens- und Krankenversicherung.

EUR 4.488,3 Mio. (2024, UNIQA Austria Segment)

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Generali Versicherung AG

Vienna, Austria

#3

Die Generali Versicherung AG ist Österreichs drittgrößte Versicherungsgruppe mit einem Marktanteil von rund 15 % und bietet ein umfassendes Spektrum an Versicherungs- und Vorsorgeprodukten für Privat- und Firmenkunden. Sie ist Teil der italienischen Assicurazioni Generali S.p.A., einer der größten globalen Versicherungsgruppen.

EUR 2.939 Mio. (2024)

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Grazer Wechselseitige Versicherung AG

Graz, Austria

#4

Die Grazer Wechselseitige Versicherung AG (GRAWE) ist einer der größten österreichischen Versicherungskonzerne, 1828 von Erzherzog Johann gegründet. Sie bietet Versicherungen für Privat-, Betriebs- und Agrarkunden und betreibt Tochtergesellschaften in 13 zentral-, ost- und südosteuropäischen Ländern.

EUR 966,2 Mio. (2024, GRAWE AG)

motorpropertyhealthlifetravel

Allianz Elementar Versicherungs-AG

Vienna, Austria

#5

Allianz Österreich ist eine Tochtergesellschaft der Allianz SE, dem weltgrößten Versicherungskonzern. Seit 1860 auf dem österreichischen Markt tätig, zählt sie mit rund 1,15 Millionen Kund:innen und etwa 2.200 Mitarbeiter:innen und Agenturpartner:innen zu den bedeutendsten Versicherungen Österreichs und bietet Versicherungs-, Vorsorge- und Vermögenslösungen an.

EUR 1.730 Mio. (2024, Allianz Österreich gesamt)

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Merkur Versicherung AG

#6

EUR 698,3 Mio. (2024)

healthlifeproperty
www.merkur.atNur Marktinformation

Helvetia Versicherungen AG

#7

EUR 646,6 Mio. (2024)

motorpropertylife
www.helvetia.com/atNur Marktinformation

Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft

#8

EUR 728 Mio. (2023; 2024 nicht öffentlich verfügbar)

motorpropertylifeliability
www.zurich.atNur Marktinformation

DONAU Versicherung AG Vienna Insurance Group

#9

EUR 941,5 Mio. (2024)

motorpropertyhealthlife
www.donauversicherung.atNur Marktinformation

Oberösterreichische Versicherung AG

#10

EUR 564,3 Mio. (2024)

motorpropertylifeliability
www.ooe-versicherung.atNur Marktinformation

HDI Versicherung AG

#11

EUR 289 Mio. (2024)

motorpropertyliability
www.hdi.atNur Marktinformation

ERGO Versicherung AG

#12

EUR 412,3 Mio. (2024)

motorpropertyhealthlife
ergo-versicherung.atNur Marktinformation

Wüstenrot Versicherungs-AG

#13
motorpropertylifehealth
www.wuestenrot.atNur Marktinformation

Österreichische Beamtenversicherung VVaG

#14

EUR 200,75 Mio. (2024)

lifeproperty
www.oebv.comNur Marktinformation

Allianz Elementar Lebensversicherungs-AG

Vienna, Austria

#15

Allianz Österreich ist eine Tochtergesellschaft der Allianz SE, dem weltgrößten Versicherungskonzern. Seit 1860 auf dem österreichischen Markt tätig, zählt sie mit rund 1,15 Millionen Kund:innen und etwa 2.200 Mitarbeiter:innen und Agenturpartner:innen zu den bedeutendsten Versicherungen Österreichs und bietet Versicherungs-, Vorsorge- und Vermögenslösungen an.

life

Europäische Reiseversicherung AG

#16
travel
www.europaeische.atNur Marktinformation

Niederösterreichische Versicherung AG

#17
motorpropertylife
www.nv.atNur Marktinformation

Österreichische Hagelversicherung VVaG

#18
property
www.hagel.atNur Marktinformation

VAV Versicherungs-AG

#19
motorpropertyliability
www.vav.atNur Marktinformation

Kärntner Landesversicherung AG

#20
motorpropertylife
www.klv.atNur Marktinformation

Merkur Lebensversicherung AG

#21

EUR 119,1 Mio. (2024)

life
www.merkur.atNur Marktinformation

Raiffeisen Versicherung AG

#22
motorpropertylifehealth
www.raiffeisen-versicherung.atNur Marktinformation

Salzburger Landes-Versicherung AG

#23
motorpropertylife
www.slv.atNur Marktinformation

Tiroler Versicherung VVaG

#24
motorproperty
www.tiroler-versicherung.atNur Marktinformation

Vorarlberger Landesversicherung VVaG

#25
motorproperty
www.vlv.atNur Marktinformation

Marktuberblick

Marktzahlen

Gesamtpramien

EUR 21.4bn

Jahreswachstum

+5.3%

Versicherungsdichte

4.6%

Aktive Versicherer

74

Bevolkerung

9,178,000

Zugelassene Fahrzeuge

5,240,000

2024Jahresentwicklung

Gesamtpramien (EUR bn)

EUR 17bnEUR 18.1bnEUR 19.2bnEUR 20.3bnEUR 21.4bn18202018.7202119.4202220.3202321.42024

Jahreswachstum (%)

3.0%4.3%5.7%3.4%20214.1%20224.7%20235.3%2024

Anteil Schaden/Unfall / Anteil Leben

Anteil Schaden/Unfall
61.0%
Anteil Leben
24.0%

Versicherungsdichte (%)

4.4%4.5%4.6%4.4%20224.5%20234.6%2024
GesamtpramienJahreswachstumAnteil Schaden/UnfallAnteil LebenAktive VersichererVersicherungsdichteGezahlte Schaden
2024EUR 21.4bn+5.3%
61%
24%
744.6%Nicht verfugbar
2023EUR 20.3bn+4.7%
61%
25%
Nicht verfugbar4.5%EUR 17.6bn
2022EUR 19.4bn+4.1%
59%
28%
Nicht verfugbar4.4%EUR 16.9bn
2021EUR 18.7bn+3.4%
57%
29%
Nicht verfugbarNicht verfugbarEUR 16.0bn
2020EUR 18.0bnNicht verfugbar
50%
30%
Nicht verfugbarNicht verfugbarNicht verfugbar

Marktnotizen

Wichtige Nachrichten

01.01.2026

FMA übernimmt ab 1. Jänner 2026 Aufsicht über Finanzsanktionen für den gesamten Finanzsektor einschließlich aller Versicherer

Mit 1. Jänner 2026 übernahm die FMA offiziell die Zuständigkeit für die Überwachung und Durchsetzung von Finanzsanktionen im österreichischen Finanzsektor von der OeNB. Alle Versicherer aller Sparten unterliegen nun der FMA-Sanktionsaufsicht. Die FMA kann Vor-Ort-Prüfungen durchführen, Ermittlungen einleiten und Verwaltungsstrafen verhängen. Rund EUR 2,5 Mrd. eingefrorene Vermögenswerte werden derzeit von der FMA verwaltet.

Warum es wichtig ist

Schafft einen einheitlichen integrierten Regulierer, der AML/CFT- und Sanktionsaufsicht für alle österreichischen Finanzinstitute einschließlich Versicherer vereint. Erhöht operative und Compliance-Anforderungen; KPMG warnte, dass dies die Marktkonsolidierung unter kleineren Versicherern beschleunigen könnte.

FMAAlle österreichischen VersicherungsunternehmenOeNB
Quellen

14.10.2025

Grazer Wechselseitige erweitert Dienstleistungsfreiheit in Deutschland mit neuen Versicherungssparten

Die deutsche Aufsichtsbehörde BaFin veröffentlichte eine Bekanntmachung, wonach die Grazer Wechselseitige Versicherung AG die Berechtigung erhielt, in Deutschland Direktversicherungsgeschäft im Dienstleistungsverkehr in zusätzlichen Versicherungssparten aufzunehmen. Dies demonstriert die praktische Nutzung des EU-Einzellizenzprinzips für grenzüberschreitende Expansion eines österreichischen Versicherers.

Warum es wichtig ist

Veranschaulicht Österreichs Rolle als Exporteur von Versicherungsdienstleistungen im EU-Binnenmarkt. Österreichische Versicherer nutzen EU-Passportingrechte aktiv für Wachstum in Nachbarmärkten, insbesondere in Deutschland.

Grazer Wechselseitige Versicherung Aktiengesellschaft
Quellen

15.05.2025

FMA verhängt EUR 40.000 Strafe gegen Grazer Wechselseitige wegen Geldwäsche-Verstößen

Die FMA verhängte eine Geldstrafe von EUR 40.000 gegen die Grazer Wechselseitige Versicherung AG wegen Verletzung der Sorgfaltspflichten zur Prävention von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung. Das Verfahren wurde im beschleunigten Verfahren abgeschlossen.

Warum es wichtig ist

Zeigt den anhaltenden Durchsetzungsschwerpunkt der FMA im Bereich der Geldwäschekonformität im Versicherungssektor. Mit dem SanktG 2024, das die FMA-Sanktionsbefugnisse ab 2026 auf alle Versicherungszweige ausweitet, kündigt diese Strafe eine strengere aufsichtsrechtliche Prüfung branchenweit an.

Grazer Wechselseitige Versicherung Aktiengesellschaft
Quellen

10.02.2025

Sanktionengesetz 2024 in Kraft getreten – FMA-Sanktionsaufsicht ab 2026 auf alle Versicherungszweige ausgedehnt

Der Nationalrat beschloss das FATF-Prüfungsanpassungsgesetz 2024 im November 2024; das begleitende Sanktionengesetz 2024 (SanktG 2024) wurde am 10. Februar 2025 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Kernpunkt: Ab 1. Jänner 2026 übernimmt die FMA von der OeNB die Aufsicht über Finanzsanktionen und erstreckt diese auf alle Versicherungszweige. Versicherungsunternehmen müssen schriftliche Strategien, Kontrollen und Verfahren zur Verhinderung von Sanktionsumgehungen einrichten.

Warum es wichtig ist

Bedeutendste regulatorische Reform für österreichische Versicherer seit Solvabilität II. Erhöht die Compliance-Kosten in allen Versicherungszweigen und könnte die Konsolidierung unter kleineren Anbietern beschleunigen, die die neuen Pflichten nicht tragen können.

Alle österreichischen VersicherungsunternehmenFMAOeNB
Quellen

14.10.2024

Österreich Versicherungsmakler M&A-Welle: Über 43 Transaktionen seit 2023, überwiegend Kleinbetriebe

Der österreichische Versicherungsmaklermarkt verzeichnete seit 2023 über 43 M&A-Transaktionen und setzt damit einen mehrjährigen Konsolidierungstrend fort. Der Markt ist hochfragmentiert, wobei rund 95% der Makler weniger als zehn Mitarbeiter haben. Internationale Konsolidatoren wie Howden, Gallagher und Miller tätigten 2024 Akquisitionen in der DACH-Region.

Warum es wichtig ist

Die strukturelle Konsolidierung des fragmentierten österreichischen Maklermarktes beschleunigt sich, angetrieben durch Nachfolgeproblematik, Compliance-Kostendruck durch neue Regulierungen und internationales Private-Equity-Interesse. Kleinere Makler stehen vor der Herausforderung, sich Plattformen anzuschließen oder zu verkaufen.

Österreichische VersicherungsmaklerHowden AustriaGallagher AustriaMiller
Quellen

14.09.2024

Sturmtief Boris September 2024: Hochwasser verursacht EUR 550-650 Mio. versicherte Schäden in Österreich

Extremniederschläge des Sturmtiefs Boris (14.-20. September 2024) verursachten katastrophale Überschwemmungen in Niederösterreich und anderen Regionen, mit versicherten Schäden in Österreich von EUR 550-650 Mio. Der gesamtwirtschaftliche Schaden in Österreich belief sich laut WIFO/ASCII auf EUR 1,3 Mrd. Der Katastrophenfonds wurde auf EUR 1 Mrd. aufgestockt.

Warum es wichtig ist

Größtes österreichisches Naturkatastrophenereignis der jüngeren Vergangenheit. Löste branchenweite Neubepreisung, regulatorische Diskussionen über Pflichtversicherung für Überschwemmungsschäden und Lobbying für ein Pflicht-Naturkatastrophensystem aus. Versicherer entwickeln parametrische Hochwasserprodukte als Reaktion.

UNIQA ÖsterreichWiener Städtische (VIG)Generali VersicherungAllianz ElementarGRAWEÖsterreichischer Katastrophenfonds
Quellen

18.01.2024

UNIQA wird ständiges Mitglied der europäischen Versicherungsallianz Eurapco

Nach einer einjährigen Pilotphase wurde die UNIQA Insurance Group AG im Jänner 2024 ständiges Mitglied der Eurapco Alliance. Eurapco ist ein strategisches Netzwerk von acht unabhängigen europäischen Versicherungsunternehmen, die zusammen mehr als EUR 48,5 Mrd. Jahresbruttoprämiensumme erzielen und über 46 Mio. europäische Kunden betreuen.

Warum es wichtig ist

Stärkt UNIQAs europäischen Wissensaustausch und Innovationsfähigkeiten und unterstützt die Strategien UNIQA 3.0 und Growing Impact 2025-2028. Zeigt den Ehrgeiz österreichischer Versicherer, gesamteuropäische Allianzen zu nutzen, um mit größeren Konzernen zu konkurrieren.

UNIQA Insurance Group AGEurapco Alliance
Quellen

Regulierung

Regulierung

FMA

Finanzmarktaufsichtsbehörde

Integrierte Finanzmarktaufsichtsbehörde, zuständig für die Zulassung und laufende Beaufsichtigung von Versicherungsunternehmen, Banken, Pensionskassen, Wertpapierfirmen und anderen Finanzinstituten in Österreich. Im Versicherungsbereich erteilt und entzieht die FMA Konzessionen, führt Solvabilitäts- und Verhaltensaufsicht durch, nimmt Vor-Ort-Prüfungen vor, überwacht die Einhaltung des VAG 2016 und der EU-Versicherungsrichtlinien und veröffentlicht Quartals- und Jahresberichte zur österreichischen Versicherungswirtschaft.

https://www.fma.gv.at

VVO

Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs

Der Branchenverband, der die Interessen aller privaten Versicherungsunternehmen in Österreich vertritt. Der VVO veröffentlicht jährliche Marktstatistiken und Berichte, vertritt die Mitglieder in legislativen und regulatorischen Angelegenheiten, betreibt die Kfz-Versicherungsabfrage und nimmt hoheitlich beliehene Aufgaben im Rahmen des Verkehrsopfer-Entschädigungsgesetzes (VOEG) wahr.

https://www.vvo.at

OeNB

Oesterreichische Nationalbank

Österreichs Zentralbank, zuständig für makroökonomische Aufsicht und Finanzstabilitätsanalyse. Die OeNB kooperiert mit der FMA bei der Bankenaufsicht und ist neben FMA und Bundesministerium für Finanzen Mitglied des Finanzmarktkomitees.

https://www.oenb.at

BMF

Bundesministerium für Finanzen

Übt die Rechtsaufsicht über die FMA aus und hat das Recht, einzelnen FMA-Verordnungen zuzustimmen. Zuständig für die Finanzmarktpolitik einschließlich des Solvency-II-Umsetzungsrahmens und der EU-Koordination in der Versicherungsregulierung.

https://www.bmf.gv.at

Wichtige Gesetze

Wichtige Gesetze

Versicherungsaufsichtsgesetz 2016 (VAG 2016), BGBl. I Nr. 34/2015, in force from 1 January 2016

Versicherungsaufsichtsgesetz 2016

Der primäre Regulierungsrahmen für alle Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen in Österreich. Setzt die EU-Solvency-II-Richtlinie (2009/138/EG) und die Versicherungsvertriebsrichtlinie (2016/97/EU) in nationales Recht um. Regelt die Zulassungsvoraussetzungen für inländische und Drittlandsversicherer, den Drei-Säulen-Solvency-II-Kapitalrahmen (Solvenzkapitalanforderung und Mindestkapitalanforderung), Governance- und Fit-and-Proper-Anforderungen, Melde- und Offenlegungspflichten sowie die Aufsichtsbefugnisse der FMA einschließlich der Befugnis zur Verhängung von Sanktionen und zum Entzug von Konzessionen.

Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherungsgesetz 1994 (KHVG 1994), BGBl. Nr. 651/1994

Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherungsgesetz 1994

Regelt die Pflicht zur Kfz-Haftpflichtversicherung für alle in Österreich zugelassenen Kraftfahrzeuge. Legt Mindestversicherungssummen und den Rahmen der Versicherungspflicht fest. Bestimmt die Rolle des VVO-Fachverbandes beim Betrieb des Kfz-Versicherungsabfragesystems.

Verkehrsopfer-Entschädigungsgesetz (VOEG), BGBl. I Nr. 109/2009

Verkehrsopfer-Entschädigungsgesetz

Regelt die Entschädigung von Verkehrsopfern, die Schadenersatzansprüche nicht oder nur unter erschwerten Umständen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend machen können (z. B. bei nicht versicherten, unbekannten oder insolventen Fahrzeugen). Überträgt die Entschädigungspflicht dem VVO-Fachverband, der als österreichischer Garantiefonds für Kfz-Haftpflichtforderungen fungiert.

Versicherungsvertragsgesetz (VersVG), BGBl. Nr. 2/1959 as amended

Versicherungsvertragsgesetz

Regelt das zivilrechtliche Verhältnis zwischen Versicherern und Versicherungsnehmern in Österreich. Enthält allgemeine Regeln zur Entstehung, zum Inhalt und zur Beendigung von Versicherungsverträgen, Anzeigepflichten, Verjährungsfristen sowie die Rechte von Versicherten und Drittbegünstigten aus Versicherungsverträgen.

Finanzmarktaufsichtsbehördengesetz (FMABG), BGBl. I Nr. 97/2001 as amended

Finanzmarktaufsichtsbehördengesetz

Schafft die gesetzliche Grundlage, Organisationsstruktur und Unabhängigkeit der FMA als integrierte Finanzmarktaufsichtsbehörde. Definiert den Aufsichtsauftrag der FMA für Banken, Versicherungen, Pensionskassen und Wertpapiermärkte sowie ihr Verhältnis zum Bundesministerium für Finanzen, zur OeNB und zu europäischen Aufsichtsbehörden.

EU-Grenzuberschreitender Zugang

Grenzuberschreitende EU-Versicherer

AXA XL Insurance Company SE

Freedom of Establishment

Herkunftsland: Irland

Aufsicht: Central Bank of Ireland

AXA XL betreibt in Österreich das kommerzielle Versicherungsgeschäft; ehemaliger AXA Corporate Solutions Bestand wurde auf XL Insurance Company SE übertragen.

propertyliability
Quellen

Europ Assistance SA

Freedom of Services

Herkunftsland: Frankreich

Aufsicht: ACPR (Frankreich)

Europ Assistance ist über den Dienstleistungsverkehr in Österreich tätig und bietet Reise- und Assistenzversicherungsprodukte direkt an österreichische Kunden an.

travelhealth
Quellen

Inter Partner Assistance SA

Freedom of Services

Herkunftsland: Belgien

Aufsicht: FSMA (Belgien)

Inter Partner Assistance SA (AXA-Gruppe) betreibt Reise- und KFZ-Assistenzversicherungen in Österreich via FoS; FMA hat Bestandsübertragung von AXA Versicherung AG auf Inter Partner Assistance SA anerkannt.

travelmotor
Quellen

Allianz Travel Insurance (Allianz Partners SAS)

Freedom of Services

Herkunftsland: Frankreich

Aufsicht: ACPR (Frankreich)

Allianz Partners (ehemals AWP P&C S.A.) bietet Reiseversicherungen direkt über Online-Kanäle und Partnerverträge an österreichische Verbraucher an.

travel
Quellen

HanseMerkur Reiseversicherung AG

Freedom of Services

Herkunftsland: Deutschland

Aufsicht: BaFin (Deutschland)

HanseMerkur Reiseversicherung AG bietet Reiseversicherungen über Kooperationspartner und Makler aktiv an österreichische Verbraucher an.

travelhealth
Quellen

ERGO Reiseversicherung AG

Freedom of Services

Herkunftsland: Deutschland

Aufsicht: BaFin (Deutschland)

ERGO Reiseversicherung AG (Munich Re Gruppe) bietet über FoS aktiv Reiseversicherungen für österreichische Kunden an.

travel
Quellen

Vertriebskanale

Vertriebskanale

47%

Exklusivvertrieb (Gebundene Versicherungsagenten)

UNIQA ÖsterreichWiener Städtische (VIG)Generali VersicherungAllianz ElementarGRAWE

34%

Unabhängiger Vertrieb (Makler und Mehrfachagenten)

Fachverband der Versicherungsmakler (WKÖ)Howden AustriaGallagher AustriaEcclesia

14%

Bankvertrieb (Bancassurance)

s Versicherung (Erste Group / VIG)ERGO (UniCredit Bank Austria)Generali (BAWAG PSK)Raiffeisen Versicherung

4%

Sonstige Vermittler

ReisebürosKfz-HändlerPost

1%

Direktvertrieb und digitaler Abschluss

Generali OnlineUNIQA DigitalVerschiedene InsurTech-Plattformen

Verbraucherrechte

Verbraucherrechte

1

Schriftliche Beschwerde direkt beim Versicherungsunternehmen einreichen. Das Unternehmen muss den Eingang bestätigen und die Beschwerde bearbeiten. Finanzdienstleister müssen ihr Beschwerdeverfahren auf ihrer Website veröffentlichen.

2

Bei Unzufriedenheit Eskalation an die Versicherungsbeschwerdestelle im Sozialministerium. Diese prüft die Beschwerde rechtlich und vermittelt zwischen Konsument und Versicherer.

3

Alternative Streitbeilegung nutzen: Schlichtung für Verbrauchergeschäfte oder Rechtsservice- und Schlichtungsstelle des Fachverbandes der Versicherungsmakler.

4

Beschwerde bei der FMA einreichen. Die FMA überwacht die Einhaltung der Beschwerdepflichten und handelt im kollektiven Verbraucherschutzinteresse, kann aber keine Einzellösung herbeiführen.

5

Als letztes Mittel den Rechtsweg beschreiten. Dieses Recht bleibt von ADR-Verfahren unberührt.

Kontakte

+43 1 249 59-0

tel:+431249590

https://www.verbraucherschlichtung.at

https://www.verbraucherschlichtung.at

https://www.verbraucherschlichtung.at

EU-Grenzuberschreitender Zugang

EU-Grenzuberschreitender Zugang

Gemäß Solvabilität II gilt das Einzellizenzprinzip (Single Licence): Ein im EWR zugelassener Versicherer kann ohne eigene österreichische Konzession in Österreich tätig sein. EWR-Versicherer müssen ihrer Heimaufsicht die beabsichtigte Tätigkeit melden, die dann die FMA informiert. Die Aufnahme der Tätigkeit ist frühestens zwei Monate nach Eingang der Mitteilung bei der FMA möglich. Das österreichische Recht (VAG 2016 § 256) verpflichtet grenzüberschreitend tätige Versicherer zur Einhaltung zwingender österreichischer Rechtsvorschriften (z.B. Verbraucherschutz, Sprachanforderungen).

EU Directive 2009/138/EC (Solvency II), implemented in Austria via Versicherungsaufsichtsgesetz 2016 (VAG 2016, BGBl. I Nr. 34/2015); EU Directive 2016/97 (IDD) implemented in VAG 2016; Rome I Regulation (EC) 593/2008 for contract law choice

freedom of establishment

Ein EWR-Versicherer kann in Österreich eine Zweigniederlassung errichten. Diese muss einen Hauptbevollmächtigten, eine österreichische Geschäftsadresse und einen Geschäftsplan haben; die Heimaufsicht bestätigt der FMA die Erfüllung der Solvenzanforderungen. Eine eigene FMA-Konzession ist nicht erforderlich.

freedom of services

Ein EWR-Versicherer kann Dienstleistungen in Österreich im Wege des freien Dienstleistungsverkehrs erbringen, ohne eine Niederlassung zu gründen. Er meldet dies seiner Heimaufsicht, die die FMA unterrichtet. Die Aufsicht verbleibt beim Heimatstaat; es sind jedoch österreichische Gemeinwohlvorschriften einzuhalten. Drittstaaten-Versicherer (außerhalb des EWR) benötigen eine österreichische Zweigniederlassung und eine FMA-Konzession, ausgenommen die Schweiz aufgrund der Gleichwertigkeitsanerkennung.

Marktgeschichte

Marktgeschichte

1994-1999

EU/EWR-Beitritt und Marktliberalisierung

Österreich trat 1994 dem EWR und am 1. Januar 1995 der EU bei, womit das Einzellizenzprinzip (Single Passport) eingeführt wurde. Die Dritte Versicherungsrichtliniengeneration beendete die Vorabgenehmigung von Prämien und Bedingungen und öffnete den Markt für grenzüberschreitenden Wettbewerb. Bis April 1996 hatten 167 EWR-Unternehmen 227 Notifikationen für grenzüberschreitende Dienstleistungen in Österreich eingereicht.

2000-2008

Konsolidierung, CEE-Expansion und integrierte Aufsicht

Österreichische Versicherer, insbesondere VIG und UNIQA, expandierten stark nach Zentral- und Osteuropa und bauten führende Positionen in Tschechien, der Slowakei und Polen auf. Die FMA wurde am 1. April 2002 als unabhängige integrierte Aufsichtsbehörde errichtet und übernahm die Versicherungsaufsicht vom Finanzministerium. Inländische Bancassurance-Tochtergesellschaften aus den 1980er-Jahren wurden in größere Konzerne integriert.

2009-2016

Auswirkungen der Finanzkrise und Umsetzung von Solvabilität II

Die Finanzkrise 2008-09 belastete die Lebensversicherer durch sinkende Kapitalerträge und steigende versicherungstechnische Rückstellungen. Österreich setzte Solvabilität II (Richtlinie 2009/138/EG) durch das neue VAG 2016 (in Kraft ab 1. Januar 2016) um, das das volumenbasierte Solvency-I-System durch ein risikobasiertes Drei-Säulen-Modell ersetzte und Eigenmittelanforderungen, Governance und Offenlegungspflichten grundlegend reformierte.

2017-2022

IDD-Umsetzung, COVID-19-Resilienz und Digitalisierungsschub

Österreich setzte die Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD, 2016/97/EU) in das VAG 2016 um und stärkte Produktüberwachung, Geeignetheitsanforderungen und Verhaltensregeln für Vermittler. Die COVID-19-Pandemie beschleunigte die Digitalisierung in allen Vertriebskanälen. UNIQA schloss 2021 die Übernahme der AXA-Tochtergesellschaften in Polen, Tschechien und der Slowakei ab und wurde damit zum Top-5-Versicherer in CEE.

2023-2025

Zinswende, Naturkatastrophenschäden und Compliance-Reform

Die Zinswende veränderte Solvenzquoten und Anlageportfolios. Die Hochwässer des Sturmtiefs Boris im September 2024 verursachten EUR 550-650 Mio. versicherte Schäden in Österreich und lösten Diskussionen über eine Pflichtversicherung für Naturkatastrophen aus. Das Sanktionengesetz 2024 (SanktG 2024) erstreckte die Finanzsanktionsaufsicht auf alle Versicherungszweige unter der FMA ab 1. Januar 2026. Die durchschnittliche SCR-Quote österreichischer Versicherer lag bei 254%.

Glossar

Glossar

de

Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG 2016)

The primary Austrian insurance regulatory statute implementing Solvency II (Directive 2009/138/EC), governing licensing, capital requirements, governance and consumer protection for all insurers.

de

Versicherungsvertragsgesetz (VersVG)

Austrian law governing the rights and obligations of parties to an insurance contract, with mandatory consumer-protective provisions that may only be varied in the policyholder's favour.

de

Finanzmarktaufsicht (FMA)

Austria's independent, integrated financial market regulator established in 2002, supervising banks, insurers, pension funds and investment firms. Issues and revokes licences and enforces compliance.

de

Solvabilitätskapitalanforderung (SCR)

Risk-based capital that an insurer must hold under Solvency II, calibrated to a 99.5% Value-at-Risk over one year. Breach triggers supervisory intervention.

de

Mindestkapitalanforderung (MCR)

The minimum eligible own funds an insurer must hold under Solvency II. Breach triggers strict measures that may lead to licence withdrawal. Set at EUR 2.7m for non-life, EUR 4m for life insurers in Austria.

de

Versicherungspolizze

The written insurance contract document signed by the insurer and delivered to the policyholder, evidencing the terms, coverage and parties of the insurance agreement.

de

Versicherungsmakler

An independent intermediary acting on behalf of the client to arrange insurance with one or more insurers. Registered with the WKÖ. Approximately 4,000 active in Austria as of mid-2024.

de

Versicherungsagent

An intermediary acting on behalf of one or more specific insurers (bound agent/exclusive agent). In Austria, exclusive agents represent a single insurer and account for the largest distribution channel share.

de

Kfz-Haftpflichtversicherung

Mandatory insurance for all motorised vehicles registered in Austria under the Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherungsgesetz (KHVG). Policy terms must be notified to the FMA.

de

Bestandsübertragung

Transfer of an insurer's existing portfolio of policies to another insurer. Requires FMA approval and, for cross-border transfers, consent of the supervisory authorities of all affected member states.

de

Versicherungsverband Österreich (VVO)

The main industry trade association representing Austrian insurance undertakings, publishing market statistics, model conditions and representing insurers in regulatory dialogue.

de

Niederlassungsfreiheit

EU treaty right allowing EEA-authorised insurers to set up branches in any other member state without a separate national licence, using the home-state authorisation (single passport).

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Dienstleistungsfreiheit

EU treaty right allowing EEA-authorised insurers to provide insurance services in other member states on a cross-border basis, without establishing a branch or obtaining a local licence.

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Rückversicherung

Insurance purchased by an insurer from another (re)insurer to transfer part of its risk exposure, thereby limiting losses from large claims and natural catastrophe events.

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Versicherungstechnische Rückstellungen

Liabilities set aside by an insurer to cover future claims obligations. Under Solvency II, valued as the best estimate of future cash flows plus a risk margin, on a market-consistent basis.

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Prämie

The amount paid by the policyholder to the insurer in exchange for insurance coverage, either as a single payment or periodic instalments.

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Schadenquote

The ratio of gross claims paid to gross premiums written, expressed as a percentage. A key measure of underwriting profitability for non-life insurers.

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Bancassurance (Bankvertrieb)

Distribution of insurance products through banking institutions. In Austria, accounts for approximately 14% of the premium stock, primarily in life insurance and driven by single-premium products.

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Sanktionengesetz 2024 (SanktG 2024)

Austrian law passed in November 2024 (BGBl February 2025) replacing the 2010 act. Transfers financial-sanctions supervision to the FMA from January 2026 and extends obligations to all insurance lines.

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Versicherungsvermittler in Nebentätigkeit

A business (e.g. car dealer, travel agency) that distributes insurance products as a secondary activity alongside its main trade, subject to lighter IDD requirements under VAG 2016.

Marktnotizen

FAQ

Wie groß ist der österreichische Versicherungsmarkt?

Der österreichische Versicherungsmarkt wird 2025 voraussichtlich Bruttoprämien von rund EUR 20 Mrd. erzielen und bis 2029 auf EUR 21,7 Mrd. wachsen (CAGR ca. 2%). Nichtlebensversicherungen dominieren mit rund EUR 12,9 Mrd. im Jahr 2025. Die Pro-Kopf-Ausgaben betragen rund EUR 2.230 jährlich.

Wer sind die größten Versicherungsunternehmen in Österreich?

Marktführer ist die Vienna Insurance Group (VIG, inkl. Wiener Städtische) mit rund 23% Marktanteil, gefolgt von UNIQA, Generali Versicherung, Allianz Elementar, Grazer Wechselseitige (GRAWE), Donau Versicherung und Helvetia. VIG und UNIQA kontrollieren zusammen mehr als die Hälfte der Direktprämien.

Welche Behörde beaufsichtigt Versicherungsunternehmen in Österreich?

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) ist Österreichs unabhängige, weisungsfreie und integrierte Finanzmarktaufsichtsbehörde, seit 2002 in Betrieb. Sie beaufsichtigt Versicherungsunternehmen nach dem VAG 2016, setzt Solvabilität II durch, erteilt und entzieht Konzessionen. Ab Jänner 2026 überwacht die FMA auch die Finanzsanktionseinhaltung für alle Versicherungszweige.

Können EWR-Versicherer ohne österreichische Konzession in Österreich tätig sein?

Ja. Gemäß dem EU-Einzellizenzprinzip (Solvabilität II) können EWR-zugelassene Versicherer ohne eigene FMA-Konzession in Österreich tätig sein – entweder über eine Zweigniederlassung (Niederlassungsfreiheit) oder im Wege des freien Dienstleistungsverkehrs. Sie melden dies ihrer Heimaufsicht, die die FMA informiert; die Tätigkeit kann zwei Monate nach Eingang bei der FMA aufgenommen werden.

Was ist der wichtigste Vertriebskanal für Versicherungen in Österreich?

Der Exklusivvertrieb (gebundene Agenten) dominiert mit rund 47% des Bestandsprämienvolumens, gefolgt von unabhängigen Maklern und Mehrfachagenten mit 34% und dem Bankvertrieb mit rund 14%. Direktvertrieb und rein digitale Abschlüsse bleiben mit unter 1% des Bestandsprämienvolumens marginal, wachsen jedoch im Neugeschäft.

Wie kann ich eine Beschwerde einreichen, wenn ich einen Streit mit meinem Versicherer habe?

Zuerst eine schriftliche Beschwerde direkt beim Versicherer einreichen. Bei Nichtlösung wenden Sie sich an die Versicherungsbeschwerdestelle im Sozialministerium (Tel: +43 1 71100-862516, versicherungsbeschwerde@sozialministerium.at). Alternativ steht die Schlichtung für Verbrauchergeschäfte als ADR-Stelle zur Verfügung. Die FMA (fma.gv.at) nimmt Beschwerden entgegen, handelt jedoch im kollektiven, nicht individuellen Interesse.

Ist eine Kfz-Versicherung in Österreich Pflicht?

Ja. Die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung (Kfz-Haftpflichtversicherung, KHVG) ist für alle in Österreich zugelassenen motorisierten Fahrzeuge Pflicht. Versicherungsbedingungen müssen der FMA gemeldet werden. Die Kfz-Versicherung machte 2024 rund 47% des Nichtlebensprämienbestands aus.

Wie finanziell stabil sind österreichische Versicherer?

Österreichische Versicherer sind hochkapitalisiert. Die durchschnittliche Solvenzquote (SCR-Bedeckung) betrug 2024 rund 254%, d.h. Versicherer halten im Schnitt mehr als das Doppelte des geforderten Kapitals. VIG meldete für 2024 eine vorläufige Solvenzquote von 261%. Der FMA-Jahresbericht 2024 bestätigte, dass der Sektor trotz schwacher Konjunktur stabil und profitabel bleibt.

Welche Auswirkungen hatten die Überschwemmungen im September 2024 auf den österreichischen Versicherungsmarkt?

Das Sturmtief Boris (14.-20. September 2024) verursachte versicherte Schäden von EUR 550-650 Mio. in Österreich und einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von EUR 1,3 Mrd. Es löste branchenweite Neubepreisung, Lobbying für Pflicht-Naturkatastrophenversicherung, Einführung parametrischer Hochwasserprodukte und eine Aufstockung des Katastrophenfonds auf EUR 1 Mrd. aus. Das Ereignis deckte erhebliche Unterversicherung österreichischer Haushalte auf.

Was ist die DORA-Verordnung und wie betrifft sie österreichische Versicherer?

DORA (Digital Operational Resilience Act, EU-Verordnung 2022/2554) trat im Jänner 2025 in Kraft und gilt für alle Finanzunternehmen einschließlich Versicherer. Es verlangt robustes IKT-Risikomanagement, Vorfallmeldungen, Belastbarkeitstests und Aufsicht über Drittanbieter von IKT-Diensten. Österreichische Versicherer wie UNIQA setzten DORA 2024-2025 konzernweit um.

Marktnotizen

Quellen

Letzte Aktualisierung: 30.04.2026

  1. 01
    FMA – Finanzmarktaufsicht Österreich

    Official regulator; publishes annual reports, insurance statistics, supervisory circulars and sanction announcements.

  2. 02
    FMA Österreichische Versicherungsstatistik (XLSX)

    Official annual insurance statistics with insurer-level data on premiums, reserves and capital.

  3. 03
    FMA – Lage der österreichischen Versicherungswirtschaft 2024

    Annual FMA market overview report on structure, business development and investment of Austrian insurers.

  4. 04
    Versicherungsverband Österreich (VVO)

    Industry association publishing market share data, model policy conditions and annual market statistics.

  5. 05
    Österreichisches Parlament – Sanktionengesetz 2024

    Parliamentary record of the FATF-Prüfungsanpassungsgesetz 2024 passing in November 2024.

  6. 06
    Bundesministerium für Finanzen – Solvency II

    Austrian Finance Ministry page on Solvency II implementation and VAG 2016.

  7. 07
    VersicherungsJournal Österreich

    Austrian insurance trade publication covering market share rankings, distribution data and regulatory news.

  8. 08
    AK Wien – Branchenreport Versicherungen 2024

    Arbeiterkammer sector report covering top-10 insurer financials and market structure using FMA and WIFO data.

  9. 09
    WIFO – Flood Damage Study September 2024

    Austrian Institute of Economic Research study quantifying EUR 1.3 billion total economic damage from the September 2024 floods.

  10. 10
    Vienna Insurance Group – Annual Report 2024

    Official VIG annual report with group and Austria-segment premium and market-share data.

  11. 11
    KPMG Austria – Insurance News

    KPMG Austria newsletter covering regulatory developments including the Sanktionengesetz 2024 and FMA annual report analysis.

  12. 12
    Legal 500 – Austria Insurance & Reinsurance Country Guide

    Comprehensive overview of Austrian insurance regulatory framework, licensing and EEA cross-border rules.

  13. 13
    Versicherungsbeschwerdestelle – Sozialministerium

    Government insurance complaints office at the Federal Social Ministry; mediates consumer disputes.

  14. 14
    WIFO – Deregulation of the European Insurance Market 1994-95

    WIFO study on the impact of EU/EEA accession on the Austrian insurance market and cross-border competition.

  15. 15