Versicherungsmarkt in Deutschland
Deutschland ist der größte Versicherungsmarkt Europas nach Beitragsvolumen. Im Jahr 2025 verzeichnete die deutsche Versicherungswirtschaft Beitragseinnahmen von rund 254 Milliarden Euro, ein Wachstum von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Der Markt gliedert sich in drei Hauptsparten: Lebensversicherung (99,4 Mrd. Euro, +5,1%, getragen vor allem vom Einmalbeitragsgeschäft), Schaden- und Unfallversicherung (99,7 Mrd. Euro, +7,7%) und private Krankenversicherung/PKV (54,4 Mrd. Euro, +7,3%). Haupttreiber im Schaden-Unfall-Bereich war die Kfz-Versicherung mit einem Beitragsplus von 13,4 Prozent auf 38,6 Mrd. Euro; nach mehreren Verlustjahren kehrte die Kfz-Sparte 2025 mit einer Schaden-Kosten-Quote von rund 96 Prozent in die Gewinnzone zurück, während sich die Combined Ratio der gesamten Schaden- und Unfallversicherung auf rund 91 Prozent verbesserte (von 96,1% im Vorjahr). Für 2026 erwartet der GDV ein gedämpfteres Beitragswachstum von 4,7 Prozent über alle Sparten hinweg, mit einem prognostizierten Plus von 5,2 Prozent in der Schaden- und Unfallversicherung, 10,5 Prozent in der PKV und 1,1 Prozent in der Lebensversicherung. Die primäre Aufsichtsbehörde ist die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht), die 2025 auf Bundesebene 469 Versicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds beaufsichtigte (gegenüber 522 in den Jahren 2023/2024, was die anhaltende Marktkonsolidierung widerspiegelt). Weitere kleinere Unternehmen werden von den Landesaufsichtsbehörden betreut. Rechtsgrundlage der Versicherungsaufsicht ist das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG); Solvency II gilt seit dem 1. Januar 2016. Deutschland hatte Ende 2025 rund 83,5 Millionen Einwohner, der erste Bevölkerungsrückgang seit 2020, und ein nominales BIP von rund 4,47 Billionen Euro. Der Fahrzeugbestand erreichte zum 1. Januar 2026 laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mit rund 61,3 Millionen Einheiten einen neuen Höchststand.
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Marktzahlen
Gesamtpramien
EUR 254bn
Jahreswachstum
Versicherungsdichte
5.68%
Aktive Versicherer
469
Bevolkerung
83,500,000
Zugelassene Fahrzeuge
61,341,244
Gesamtpramien (EUR bn)
- 2025253.5 EUR bn
- 2024238 EUR bn
- 2023224.7 EUR bn
- 2022223.2 EUR bn
- 2021221.8 EUR bn
- 2020218 EUR bn
2020 — 218 EUR bn
2021 — 221.8 EUR bn
2022 — 223.2 EUR bn
2023 — 224.7 EUR bn
2024 — 238 EUR bn
2025 — 253.5 EUR bn
Jahreswachstum (%)
Anteil Schaden/Unfall / Anteil Leben
Anteil Schaden/Unfall
60.8%Anteil Leben
39.2%Versicherungsdichte (%)
Marktdaten nach Jahr
Gebuchte Bruttoprämien 2025 (EUR bn)
- R+V Versicherung AG (Gruppe)17.5 EUR bnEUR 17,5 Mrd. (deutsches Erstversicherungsgeschaeft, 2025, +9,3%)
- Generali Deutschland AG15.5 EUR bnEUR ~15,5 Mrd. (2025, Generali in Deutschland)
- Debeka Versicherungsgruppe15 EUR bnEUR 14,99 Mrd. (Versicherungen, 2025, +13,2%)
- AXA Konzern AG (Deutschland)12.8 EUR bn
R+V Versicherung AG (Gruppe) — 17.5 EUR bn
EUR 17,5 Mrd. (deutsches Erstversicherungsgeschaeft, 2025, +9,3%)
Generali Deutschland AG — 15.5 EUR bn
EUR ~15,5 Mrd. (2025, Generali in Deutschland)
Debeka Versicherungsgruppe — 15 EUR bn
EUR 14,99 Mrd. (Versicherungen, 2025, +13,2%)
AXA Konzern AG (Deutschland) — 12.8 EUR bn
Marktanteil 2025
Allianz Gruppe Deutschland
18.1%R+V Versicherung AG (Gruppe)
6.9%Generali Deutschland AG
6.1%Debeka Versicherungsgruppe
5.9%AXA Konzern AG (Deutschland)
5.0%Versichererverzeichnis
Aktive Versicherer
Versicherer, die aktuell im Markt Deutschland aktiv sind.

Allianz Gruppe Deutschland
Munich, Germany
Die Allianz Deutschland AG ist das führende Versicherungsunternehmen in Deutschland und fungiert als Holding für die Allianz Versicherungs-AG (Schaden/Unfall), die Allianz Lebensversicherungs-AG (Leben) und die Allianz Private Krankenversicherungs-AG (Kranken). Gegründet 1890, betreut sie über 20 Millionen Kunden in Deutschland mit einem vollständigen Angebot an Versicherungs-, Vorsorge- und Vermögensverwaltungsprodukten.

R+V Versicherung AG (Gruppe)
Wiesbaden, Germany
Die R+V Versicherung AG ist die Muttergesellschaft des R+V-Konzerns und einer der größten Versicherer Deutschlands. Sie ist der zentrale Versicherer der genossenschaftlichen FinanzGruppe der Volksbanken Raiffeisenbanken mit der DZ BANK AG als Hauptanteilseigner und bietet ein umfassendes Angebot an Sach-, Lebens-, Kranken- und Haftpflichtversicherungen sowie Rückversicherungsleistungen für die Erstversicherer der Gruppe an.
EUR 17,5 Mrd.

Generali Deutschland AG
Munich, Germany
Die Generali Deutschland AG ist die deutsche Holdinggesellschaft der Assicurazioni-Generali-Gruppe und nach der Allianz die zweitgrößte Erstversicherungsgruppe in Deutschland; zu ihren Versicherungsunternehmen zählen die Generali Deutschland Versicherung AG, die Generali Deutschland Lebensversicherung AG, die Generali Deutschland Krankenversicherung AG und CosmosDirekt. Das Unternehmen bietet Leben-, Kranken-, Schaden-/Unfall- und Rechtsschutzversicherungen an und vertreibt seine Produkte nahezu ausschließlich über die Deutsche Vermögensberatung (DVAG). Aktuell errichtet der Versicherer im Münchner Werksviertel eine neue Konzernzentrale, deren Fertigstellung bis Ende 2028 geplant ist.
EUR ~15,5 Mrd.

Debeka Versicherungsgruppe
Koblenz, Germany
Die Debeka ist eine der größten Versicherungsgruppen Deutschlands, am 2. Juli 1905 als Krankenunterstützungskasse für Gemeindebeamte gegründet. Größtenteils als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit organisiert, gehört sie ihren Mitgliedern und bietet Kranken-, Lebens-, Sach-, Kfz-, Reise- und Rechtsschutzversicherungen sowie Bausparen an. Sie ist der größte private Krankenversicherer Deutschlands und stieg 2025 nach Beitragseinnahmen zum viertgrößten Erstversicherer Deutschlands auf.
EUR 14,99 Mrd.

AXA Konzern AG (Deutschland)
Cologne, Germany
Die AXA Konzern AG zählt zu den größten Erstversicherern und Finanzdienstleistern Deutschlands und bietet Privat- und Firmenkunden Schaden- und Unfallversicherungen, Kranken-, Lebens- und Rentenversicherungen sowie Vermögensanlagen; sie ist die deutsche Landesgesellschaft der französischen AXA Gruppe und geht auf die 1839 in Köln gegründete Colonia-Versicherungsgruppe zurück.
EUR 12,75 Mrd.

ERGO Gruppe AG (Deutschland)
Düsseldorf, Germany

HUK-COBURG Versicherungsgruppe
HUK-COBURG-Platz 1, 96444 Coburg, Germany
Die HUK-COBURG ist eine der größten Versicherungsgruppen Deutschlands und als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit Sitz in Coburg, Bayern, organisiert. 1933 gegründet, ist sie mit rund 14 Millionen versicherten Kraftfahrzeugen und mehr als 13 Millionen Kunden Deutschlands größter Autoversicherer und bietet ein breites Produktportfolio für Privathaushalte, darunter Kfz-, Haftpflicht-, Hausrat-, Wohngebäude-, Kranken-, Lebens- und Reiseversicherungen.
EUR ~11,0 Mrd.

BarmeniaGothaer Konzern
Cologne and Wuppertal, Germany
Die BarmeniaGothaer ist eine deutsche Versicherungsgruppe mit Sitz in Köln und Wuppertal, die 2024 durch den Zusammenschluss der Versicherungsvereine Barmenia und Gothaer entstanden ist.
EUR 9,27 Mrd.

Provinzial Konzern
Oeffentliche Versicherungstraeger (Deutschland)
EUR ~7,5 Mrd.

Signal Iduna Gruppe
Dortmund and Hamburg, Germany
SIGNAL IDUNA ist eine deutsche Versicherungs- und Finanzdienstleistungsgruppe, die 1999 durch den Zusammenschluss der Dortmunder Signal Versicherungen und der Hamburger Iduna Nova Gruppe entstand und Kranken-, Lebens-, Sach- und Unfallversicherungen sowie Finanzdienstleistungen (Bank, Bausparkasse, Asset Management) für Privat- und Firmenkunden anbietet.
EUR 7,2 Mrd.
Marktnotizen
Wichtige Nachrichten
17.09.2026
Ostangler Brandgilde vollzieht zweite Fusion und übernimmt die Schwarzwälder Versicherung
Am 17. September 2026 vollzogen die Ostangler Brandgilde VVaG und die Schwarzwälder Versicherung offiziell ihre Fusion, die zweite Fusion des Vereins innerhalb von zwei Jahren nach der Übernahme der Landesschadenhilfe (LSH) 2025. Der Zusammenschluss erweitert die regionale Präsenz der Ostangler nach Süddeutschland, während die Schwarzwälder unter eigener Marke in Villingen-Schwenningen operativ bleibt.
Warum es wichtig ist
Unterstreicht das beschleunigte Tempo serieller Konsolidierung unter kleinen und mittelgroßen deutschen Versicherungsvereinen, da Digitalisierungs- und Regulierungskosten regionale Versicherer zu wiederholten Fusionen zwecks Skaleneffekten drängen.
25.08.2026
Maklerverbünde germanbroker.net und Charta vollziehen Fusion
Die Maklerverbünde germanbroker.net und Charta Börse für Versicherungen kündigten ihre Fusionspläne im Mai 2026 an und vollzogen den Zusammenschluss am 25. August 2026, um Kräfte bei der Digitalisierung zu bündeln und Mitgliedsmaklern neue Möglichkeiten zu bieten.
Warum es wichtig ist
Spiegelt den Konsolidierungsdruck nicht nur bei Versicherern, sondern auch bei unabhängigen Maklerpools wider, da kleinere Verbünde fusionieren, um IT-Plattformen und digitale Vergleichstools für ihre Mitglieder zu finanzieren.
29.07.2026
BaFin erhält KI-Marktüberwachungsbefugnisse über Versicherer, Bußgelder bis 35 Mio. Euro
Das deutsche KI-Verordnung-Durchführungsgesetz trat am 29. Juli 2026 in Kraft und macht die BaFin zur Marktüberwachungsbehörde für KI-Systeme mit direktem Bezug zu regulierten Finanztätigkeiten, einschließlich Risikoprüfungssystemen und Chatbots von Versicherern. Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 35 Mio. Euro oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden.
Warum es wichtig ist
Erstmals überwacht eine eigene Behörde mit Bußgeldkompetenz KI-gestützte Risikoprüfungs- und Kundensysteme in der deutschen Lebens- und Krankenversicherung, was Versicherer zur Dokumentation und Begründung automatisierter Entscheidungen verpflichtet.
01.07.2026
SIGNAL IDUNA übernimmt den angeschlagenen Bäckerversicherer SHB
SIGNAL IDUNA übernimmt die SHB Allgemeine Versicherung VVaG, einen kleinen auf das Bäckerhandwerk spezialisierten Versicherungsverein, dessen Bedeckungsquote Ende 2024 auf 85,7 % der Mindestkapitalanforderung gesunken war. Die Mitgliedervertreterversammlungen beider Vereine stimmten der Fusion zu, vorbehaltlich der endgültigen BaFin-Genehmigung.
Warum es wichtig ist
Zeigt, wie von der BaFin beobachtete Kapitalengpässe kleiner Nischenversicherungsvereine zunehmend durch Übernahme durch größere Gruppen statt durch Run-off oder Insolvenz gelöst werden, und setzt den Konsolidierungstrend der Branche fort.
Regulierung
Regulierung
BaFin
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Die BaFin ist die integrierte Finanzaufsichtsbehörde Deutschlands und beaufsichtigt Banken, Versicherungsunternehmen, Finanzdienstleistungsinstitute und den Wertpapierhandel. Im Versicherungsbereich beaufsichtigte sie 2025 auf Bundesebene 469 Versicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds gemäß dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG). Primäres Ziel der Versicherungsaufsicht ist der Schutz der Versicherungsnehmer und Anspruchsberechtigten.
https://www.bafin.deGDV
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.
Der GDV ist die Dachorganisation der privaten Versicherer in Deutschland. Er bündelt und vertritt die Positionen der deutschen Versicherungswirtschaft gegenüber Politik, Öffentlichkeit und internationalen Gremien und veröffentlicht offizielle Marktstatistiken und Jahresberichte auf seiner Jahresmedienkonferenz. Er ist das deutsche Mitglied in Insurance Europe.
https://www.gdv.dePKV-Verband
Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.
Der PKV-Verband ist der Branchenverband der privaten Krankenversicherungsunternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen der privaten Krankenversicherer, stellt Statistiken zum privaten Krankenversicherungsmarkt bereit und setzt sich gegenüber der Politik für Belange des Gesundheitswesens ein.
https://www.pkv.deDestatis
Statistisches Bundesamt
Destatis ist das Statistische Bundesamt und veröffentlicht makroökonomische Daten einschließlich BIP, Bevölkerung und Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, die als Grundlage für Versicherungsdurchdringungs- und Marktgrößenberechnungen dienen.
https://www.destatis.deKBA
Kraftfahrt-Bundesamt
Das KBA ist die Bundesbehörde für Straßenverkehr und Kraftfahrzeuge. Es führt das Zentrale Fahrzeugregister (ZFZR) und veröffentlicht offizielle Fahrzeugzulassungsstatistiken, die für die Analyse des Kfz-Versicherungsmarktes genutzt werden. Zum 1. Januar 2026 verzeichnete es mit 61.341.244 zugelassenen Kraftfahrzeugen einen neuen Höchststand.
https://www.kba.deWichtige Gesetze
Wichtige Gesetze
Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 1. April 2015 (BGBl. I S. 434), zuletzt geändert
Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG)
Die primäre Rechtsgrundlage der Versicherungsaufsicht in Deutschland. Gemäß Paragraph 294 ist der vorrangige Zweck der Aufsicht der Schutz der Versicherungsnehmer und Anspruchsberechtigten. Das VAG hat auch die EU-Solvency-II-Richtlinie (2009/138/EG) in deutsches Recht umgesetzt, die ab dem 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist und risikobasierte Solvenzanforderungen sowie marktwertbasierte Bewertungsregeln eingeführt hat. Es regelt die Zulassung, die laufende Aufsicht und die Abwicklung von Versicherungsunternehmen. Es wurde durch die am 7. Februar 2025 in Kraft getretene achte Verordnung zur Änderung von Verordnungen nach dem VAG weiter geändert, die die Anlageverordnung anpasste und Pensionskassen sowie kleinen Versicherern mehr Flexibilität bei Anlagen des Sicherungsvermögens einräumt.
Gesetz über die integrierte Finanzaufsicht (FinDAG) vom 22. April 2002 (BGBl. I S. 1310)
Gesetz über die integrierte Finanzaufsicht (FinDAG)
Etablierte die BaFin am 1. Mai 2002 durch die Zusammenführung des früheren Bundesaufsichtsamts für das Kreditwesen (BAKred), des Bundesaufsichtsamts für das Versicherungswesen (BAV) und des Bundesaufsichtsamts für den Wertpapierhandel (BAWe) in eine einheitliche integrierte Aufsichtsbehörde. Schuf die rechtliche Grundlage für eine einheitliche Finanzmarktaufsicht in Deutschland.
Solvency II Directive 2009/138/EC, transposed into German law via VAG amendment effective 1 January 2016
Solvency II (EU-Richtlinie 2009/138/EG)
Der EU-weite aufsichtsrechtliche Regulierungsrahmen für Versicherungsunternehmen, in Deutschland anwendbar seit dem 1. Januar 2016. Führt eine Drei-Säulen-Struktur ein, die quantitative Anforderungen (Säule 1 - Solvenzkapitalanforderung, Mindestkapitalanforderung), qualitative Governance-Anforderungen (Säule 2) sowie öffentliche Offenlegung und aufsichtsrechtliche Berichterstattung (Säule 3) umfasst. Basiert auf einer ganzheitlichen Risikoanalyse und marktwertbasierter Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Der GDV fordert im Rahmen laufender EU-Reformen weiterhin mehr Proportionalität für kleinere Unternehmen.
Versicherungsvertragsgesetz (VVG) vom 23. November 2007 (BGBl. I S. 2631)
Versicherungsvertragsgesetz (VVG)
Regelt das Rechtsverhaeltnis zwischen Versicherern und Versicherungsnehmern in Deutschland. Legt die Rechte und Pflichten beider Parteien fest, einschliesslich vorvertraglicher Informationspflichten, Anzeigepflichten, Schadenregulierungsverfahren und Verbraucherschutzbestimmungen fuer Versicherungsvertraege. Das VVG wurde 2008 grundlegend reformiert.
Pflichtversicherungsgesetz (PflVG) vom 5. April 1965 (BGBl. I S. 213)
Pflichtversicherungsgesetz (PflVG)
Begruendet die Pflicht zur Kfz-Haftpflichtversicherung fuer alle Kraftfahrzeughalter in Deutschland. Verpflichtet jeden Fahrzeughalter, einen Mindesthaftpflichtschutz als Voraussetzung fuer die Fahrzeugzulassung zu unterhalten. Legt Mindestdeckungssummen und den Rahmen fuer das Deutsche Buero Gruene Karte e.V. fest.
EU-Grenzuberschreitender Zugang
Grenzuberschreitende EU-Versicherer
Lemonade Insurance N.V.
Freedom of Services
Herkunftsland: Niederlande
Aufsicht: De Nederlandsche Bank (DNB)
Anbieter von Inhalts- und Haftpflichtversicherungen in Deutschland via App und Website; lizenziert in den Niederlanden, taetig in Deutschland per Dienstleistungsfreiheit.
AXA Schengen (AXA Partners S.A.S.)
Freedom of Services
Herkunftsland: Frankreich
Aufsicht: ACPR (Frankreich)
AXA Schengen bietet Reiseversicherungen fuer Schengen-Visa-Antragsteller an; Risiken aus Frankreich gezeichnet, AXA Partners als Risikotraeger.
Europ Assistance S.A.
Freedom of Services
Herkunftsland: Frankreich
Aufsicht: ACPR (Frankreich)
Europ Assistance bietet Reise- und Assistenzversicherungen in Deutschland an; Teil der Generali Group, aus Frankreich per Dienstleistungsfreiheit taetig.
SI Insurance (Europe), SA
Dienstleistungsfreiheit (über Niederlassung in Frankreich)
Herkunftsland: Luxemburg
Aufsicht: Commissariat aux Assurances (CAA, Luxemburg)
BaFin-Bekanntmachung von Oktober 2024: SI Insurance (Europe) SA ist berechtigt, in Deutschland im Dienstleistungsverkehr ueber ihre Niederlassung in Frankreich taetig zu werden.
Allianz Care (Allianz Partners S.A.)
Freedom of Services
Herkunftsland: Frankreich
Aufsicht: ACPR (Frankreich)
Allianz Partners bietet internationale Kranken- und Reiseversicherungen fuer Expatriates und Unternehmen in Deutschland an; Marke Allianz Care; aus Frankreich per Dienstleistungsfreiheit taetig.
Vertriebskanale
Anteil nach Vertriebsweg- 46%AusschließlichkeitsvermittlerEinfirmenvermittler
- Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG
- HUK-COBURG
- DEVK
- R+V Versicherung
- SIGNAL IDUNA
- 27%Versicherungsmakler
- Aon Deutschland
- Marsh GmbH
- Funk Gruppe
- Ecclesia Gruppe
- MRH Trowe
- germanbroker.net/Charta
- 13%KreditinstituteBancassurance
- Deutsche Bank / DWS
- Sparkassen-Versicherung
- Volksbanken Raiffeisenbanken (R+V)
- Commerzbank / Generali
- 10%Direktvertrieb und Online-Vergleichsportale
- Check24 Vergleichsportal
- Verivox
- HUK24
- DA Direkt
- 4%Sonstige VertriebeAnnexvertrieb, Autohäuser, Versicherungsberater, Allfinanzvertriebe
- Swiss Life Select / TELIS Gruppe
- DVAG
Einige Unternehmen erscheinen in mehr als einem Vertriebsweg.
Verbraucherrechte
So reichen Sie eine Beschwerde ein- 1
Schriftliche Beschwerde an das Beschwerdemanagement des Versicherungsunternehmens richten. Mindestens sechs Wochen auf eine abschließende Stellungnahme warten.
- 2
Bei ausbleibender Lösung kostenlose Beschwerde beim Versicherungsombudsmann e.V. einreichen. Bindende Entscheidungen bis 10.000 Euro; Empfehlungen bis 100.000 Euro. Dauer in der Regel unter drei Monate.
- 3
Aufsichtsbeschwerde bei der BaFin einreichen (Online-Formular, Brief oder E-Mail). Die BaFin ist für kollektiven Verbraucherschutz zuständig und holt eine Stellungnahme des Unternehmens ein. Sie trifft keine verbindlichen Entscheidungen im Einzelfall.
- 4
Als letztes Mittel zivilrechtliche Klage einreichen. Nur Gerichte können verbindliche Urteile fällen und Zahlungen erzwingen. Vorher Rechtsanwalt oder Verbraucherzentrale konsultieren.
EU-Grenzuberschreitender Zugang
EU-Grenzuberschreitender Zugang
Gemäß Solvabilität II kann ein in einem EU/EWR-Mitgliedstaat zugelassener Versicherer im gesamten EU-Binnenmarkt tätig sein – entweder über die Niederlassungsfreiheit (Zweigniederlassung) oder die Dienstleistungsfreiheit (grenzüberschreitend). Die Aufsicht über die Solvabilität liegt beim Herkunftsstaat-Aufseher; der Aufnahmestaat ist für Allgemeinwohlvorschriften zuständig. Die Reform durch die Richtlinie (EU) 2025/2 und das am 18. Juni 2026 in den Bundestag eingebrachte VSAAG führen bis Januar 2027 neue Proportionalitätsstufen und ein harmonisiertes Sanierungs- und Abwicklungsregime ein.
EU-Richtlinie 2009/138/EG (Solvabilität II) in der Fassung der Änderungsrichtlinie (EU) 2025/2, umgesetzt in Deutschland durch das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG)
freedom of establishment
Ein EU/EWR-Versicherer kann in Deutschland eine dauerhafte Zweigniederlassung errichten. Die Heimataufsicht wird informiert und benachrichtigt die BaFin. Solvenzaufsicht verbleibt beim Heimataufseher; deutsche Allgemeinwohlvorschriften gelten für die Niederlassung.
freedom of services
Ein EU/EWR-Versicherer kann Versicherungsprodukte grenzüberschreitend für Kunden in Deutschland anbieten, ohne eine lokale Niederlassung zu gründen. Die Heimataufsicht beaufsichtigt den Versicherer und informiert die BaFin. Deutsche Versicherungsnehmer sind durch die Sicherungseinrichtung des Herkunftsstaats geschützt.
Marktgeschichte
Marktgeschichte
1990-1994
Wiedervereinigung und Marktintegration
Die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 schuf wieder einen einheitlichen deutschen Versicherungsmarkt. Westdeutsche Versicherer expandierten rasch in die neuen Bundesländer. Im Juli 1994 traten die EU-Dritten Richtlinien für Schaden- und Lebensversicherung in Kraft.
1994-2000
Deregulierung und verschärfter Wettbewerb
Ab 1. Januar 1995 ersetzte ein solvenzbasiertes Aufsichtsmodell die bisherige materielle Produktgenehmigung. Der Preiswettbewerb verschärfte sich, besonders in der Kfz-Versicherung. Unabhängige Produktratings entstanden ab 1995, um Verbrauchern Orientierung zu bieten.
2001-2015
Marktkonsolidierung, Finanzkrise und Vorbereitung auf Solvabilität II
Der Markt überstand den Börsencrash 2001-2003 und die Finanzkrise 2008 vergleichsweise stabil. Die Konsolidierung beschleunigte sich; die fünf größten Gruppen vereinten über 44 % des Marktes. Die Vorbereitung auf Solvabilität II prägte die Regulierungsagenda.
2016-2023
Solvabilität II in Kraft, Niedrigzinsphase und digitale Transformation
Solvabilität II trat am 1. Januar 2016 durch das neue VAG in Kraft. Anhaltende Niedrigzinsen belasteten Lebensversicherer. Digitalisierung und Insurtechs gewannen an Bedeutung; Vergleichsportale erreichten rund 20 % im Kfz-Neugeschäft. Ende 2022 standen 506 Unternehmen unter BaFin-Aufsicht mit Prämieneinnahmen von rund 223 Mrd. Euro.
2024-2026
Konsolidierungswelle, Solvabilität-II/IRRD-Reform und KI-Aufsicht
Deutsche Versicherer erlebten eine breite Konsolidierungswelle: die Fusion Barmenia-Gothaer (2024), die Übernahme der Nürnberger durch die Vienna Insurance Group (2025-2026), der Erwerb der Vertriebsgruppe TELIS durch Swiss Life Deutschland (2026) sowie mehrere Fusionen von Versicherungsvereinen wie Ostangler Brandgilde mit LSH und später mit der Schwarzwälder Versicherung. Die Beitragseinnahmen stiegen 2025 um 6,6 % auf 254 Mrd. Euro. IRRD und Solvabilität-II-Änderungsrichtlinie werden über das VSAAG umgesetzt; die BaFin erhielt 2026 zudem neue KI-Marktüberwachungs- und erweiterte Ermittlungsbefugnisse (BRUBEG).
Glossar
Glossar
de
Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG)
The primary German statute governing licensing, solvency supervision and winding-up of insurance undertakings; the key transposition vehicle for EU Solvency II.
de
Versicherungsvertragsgesetz (VVG)
Federal law regulating the contractual relationship between insurers and policyholders, including duties of disclosure, premium payment and claims handling.
de
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
Germany's integrated financial regulator for banking, insurance, securities and payment services; primary supervisory authority for most German insurers.
de
Solvabilitätskapitalanforderung (SCR)
Risk-based minimum capital that an insurer must hold under Solvency II to absorb unexpected losses with 99.5% confidence over one year.
de
Ausschließlichkeitsvermittler (AO-Vermittler)
An insurance intermediary who distributes products on behalf of only one insurer; the dominant distribution channel in Germany.
de
Versicherungsmakler
An independent intermediary who represents the policyholder's interests and may place business with multiple insurers; regulated under section 34d GewO.
de
Versicherungsombudsmann
Independent alternative dispute resolution body for insurance disputes; issues binding decisions up to EUR 10,000 and non-binding recommendations up to EUR 100,000, free of charge.
de
Kfz-Haftpflichtversicherung
Mandatory insurance covering bodily injury and property damage caused to third parties by motor vehicles, required under the PflVersG.
Marktnotizen
FAQ
Marktnotizen
Quellen
Letzte Aktualisierung: 25.09.2026
- 01BaFin - Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Official regulator: supervisory measures, complaint statistics, insolvency notices, Solvency II and AI Act guidance.
- 02GDV - Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
Industry association: annual statistics, distribution channel data and market overviews.
- 03Versicherungsombudsmann e.V.
Official insurance ombudsman: consumer dispute resolution, FAQ and procedural rules.
- 04Bundesministerium der Finanzen - VSAAG Gesetzentwurf
German Federal Ministry of Finance draft law transposing IRRD and Solvency II amendment directive.
- 05Deutscher Bundestag - VSAAG Drucksache 21/6561
Parliamentary documentation on the VSAAG government bill, submitted June 2026.
- 06Deutscher Bundestag - Verbrauchervertragsrecht
Parliamentary documentation on VVG and consumer contract law amendment bill, 2025.
- 07EUR-Lex - Solvency II Directive 2009/138/EC
Official EU text of the Solvency II framework directive governing EU insurance supervision.
- 08GDV Jahresmedienkonferenz 2026
GDV annual press conference data on 2025 premium income and 2026 market outlook.












































































